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Fotogalerie und Reisebericht Südafrika
Teil1
Afrika von oben
Der afrikanische Kontinent ist ein großes weites Land - stundenlang fliegt die Boing 747-400 über rötliche und gelbe Wüsten
aus Sand, trockenen Boden und Felsen nur unterbrochen von weißen Wölkchen und ihren dunklen Schatten.
Gegen Abend wechselt der Ausblick 11 km unter uns ins Wasser- und Baumreich, wie ein riesiges Delta
mit vielen verwundenen Wasserwegen in mitten von Land. (Okawanga?) Es dauert wieder einige Stunden
ehe größere Lücken zwischen den Bäumen auftauchen. Doch bevor man wirklich Einzelheiten erkennen
kann wird es dunkel. Das Licht am Boden zieht sich als rosa Rand zu den Wolken zurück, beleuchtet
zum Schluss nur noch das LTU bedruckte Flügelende. Ein orangeroter Vollmond steigt am Horizont
empor und das letzte Licht in den Wolken erlischt.
In der Flughafenhalle begrüßen uns Ulrich, unser Reiseleiter, und Bernhard, der uns als Fahrer durch
Südafrika begleiten wird.
Wir wollen uns noch schnell Südafrikanische Rand am Geldautomaten besorgen, was nicht ganz einfach ist.
Als erstes erhalten zwar eine Quittung vom Automaten, aber kein Geld, der zweite Versuch ist dann erfolgreich.
Nun kann es endlich los gehen.
Unser kleiner Bus mit Hänger bringt uns zur ersten Übernachtung.
Die Lodge, in der wir die erste Nacht übernachten besteht aus kleinen Rundhütten mit Grasdach,
die je ein nettes Zimmer und ein Bad enthalten. Im Haupthaus bekommen wir vom Besitzer, einem
netten Bayern (!) noch ein, zwei Betthupfer'l- Biere.
Sonntag, 08.10.06
Am Morgen werden wir dann von ungewohnten Geräuschen geweckt, unbekannte Vögel streiten oder begrüßen singend
den Morgen. Gleich hinterm Zaun der Lodge grasen Antilopen. Die Wiedehopfe sind scheu und lassen
sich nicht fotografieren, Webervögel ziehen Fäden aus den Palmwedeln für ihre Hängenester,
Schwalben jagen die ersten Insekten.
Wir bekommen ein gutes deutsches Frühstück mit Wurst, Käse und selbstgebackenem dunklen Brot.
Noch können wir das gar nicht richtig schätzen, jedoch wird es für 3 Wochen fast das einzige
Frühstück dieser Art bleiben.
Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Voortrekkermonument und nach Pretoria. Um Johannesburg herum
stehen viele australische Akazien mit auffallend gelben Blütenständen. Sie wurden für guten
Honig importiert und werden nun zur Landplage, da sie die einheimische Vegetation verdrängen.
Man sieht kaum noch einheimische Bäume in dieser Gegend. Die Hochebene um Pretoria nennt sich
Mittelhochfeld. Unterwegs fällt uns immer wieder die große Polizeipräsenz auf, starke Mauern und Stacheldraht
mit Strom begrenzen die Grundstücke. Beim Betrachten der Autokennzeichen mit den Buchstaben GP,
die für die Gauteng Provinz stehen, fallen scherzhaft die Worte "Gangsters Paradise".
Leider ist die Armut und damit auch die Kriminalität in der Gauteng Provinz sehr hoch - besonders
in den großen Städten wie Johannesburg.
Das Vortrekkermonument erinnert optisch an das Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig. Das Monument
gedenkt der Burenkriege: holländische Siedler (Buren) zogen ins Inland um zu siedeln, gerieten
dabei in Konflikt mit den Zulu, die das Gebiet beherrschten. Die große letzte Schlacht, in der
500 Buren gegen 15.000 Zulus gewannen (die Buren hatten Feuerwaffen) wird in einem Relief
innerhalb des Monumentes dargestellt.
Sehr kurz zusammengefasst ist die (Siedlungs-)Geschichte SA wie folgt: 14. - 16. JH die Zeit
der Entdecker - Europäische Seefahrer entdeckten Afrika und hatten erste Kontakte mit den
einheimischen Bevölkerungsgruppen (alle zusammen werden sie Bantu genannt), 18.JH die
Holländer begannen in SA an den Küsten zu siedeln, 19.JH der englische Imperialismus gewinnt
in SA an Raum, Siedler dringen weiter in das Land vor und verdrängen die Bantu von Ihrem Land,
20.JH die Siedler aus verschiedenen europäischen Ländern (Buren) beherrschen das Land und
etablieren die Apartheid, die eine Vermischung der Kulturen verhindern soll, das 21.JH wird
als "Freie Zeit" bezeichnet, die Apartheid wurde abgeschafft und alle Bevölkerungsgruppen
an der Regierung beteiligt. Derzeit leben in SA ca. 87% Bantu und 13% Buren.
Das auffallendste an Pretoria sind die durch die Jakkaranda- Blüte blau gefärbten Straßenzüge.
Eine kurze Stadtrundfahrt führt vorbei an den wichtigen Bauten Pretorias hinauf zu einem Hügel
am Rande der Stadt, auf dem sich das Parlamentsgebäude befindet.
Von dort genießen wir bei strahlendem Sonnenschein den herrlichen Blick über Pretoria.
Hinter Pretoria, in Richtung Osten erwartet uns eine flache landwirtschaftlich genutzte
Landschaft: Maisanbau, Grasland, Kühe, später Busch- und Dornensavanne, das ganze nennt
sich Highfeld.
Bei der Durchfahrt durch den Ort Clewer machen uns Schilder wie "Grime Alert - do not stop!",
"Hi Jacking Hot Spot" schon etwas unsicher.
Die Gegend ist geprägt von starker Landflucht, 80% der Bantu sind mittlerweile in den Städten,
es entstehen wilde Siedlungen aus Wellblechhütten ohne Strom und Wasserversorgung, große
Armut und eine hohe Kriminalitätsrate bestimmen die Industrieregion entlang der Autobahn.
Im Glauben der Bantu gibt es einen "großen Alten" (Gott), alles zum Leben Notwendige ist von
Gott gegeben (Geburt, Wasser, Land, Feuer, Wald, ...) und gehört allen, es gibt keinen Besitz
des Menschen daran. Sie reden mit den Geistern der Vorfahren in dem sie die Hand auf den
Erdboden legen, diese Zwiesprache ist sehr wichtig. Deshalb wohnt ein Bantu nur auf der
Erde (Erdgeschoss). Ein Bantu kann nicht verstehen, dass er für die Gaben Gottes Geld
bezahlen soll und tut es auch nicht.
Die neue demokratische Regierung mit Bantu- Beteiligung hat Boden und Wasserschätze
verstaatlicht. Farmer müssen für Wasser und Regen Steuern bezahlen. Auf Abbau von
Bodenschätzen liegen ebenfalls Steuern, ca. 40%.
Wir sind im Bundesland Mpumalanga angekommen, was soviel wie "aufgehende Sonne" bedeutet.
Es wird bergiger, Flüsse haben tiefe Schluchten gegraben. Hier beherrscht der Forstbetrieb
alles: Bäume sind angepflanzt wie Obst.
Unser Ziel ist die Lodge "Misty Mountain" am Long Tom Pass, sie hat eine wunderschöne Lage
in mitten des Forstes. Leider sind wir mitten in den Wolken und können nur wenig von der
sicherlich schönen Aussicht ins Tal genießen.
Montag, 09.10.06
Heute unternehmen wir eine Rundfahrt zu verschiedenen Stellen am Blyde River ("Freudenfluss").
Der Blyde River Canyon ist ein Klammgebiet, ausgebaut mit kleinen Brücken und Wegen.
Die Attraktion sind die pot holes - durch das Wasser geformte Rundlöcher - tief unten
in der Schlucht. Es ist eine sehr schöne Gegend, jedoch sind dem "Forscherdrang" der Touris mit
Absperrungen und Schildern, wie "No Visitors Beyond this Point", Grenzen gesetzt.
Ein schöner Trail schlängelt sich entlang des Flussbett tiefer in den Nationalpark.
Schade, dass uns zum Wandern viel zu wenig Zeit bleibt.
Der nächste Stop unserer River-Tour ist am Aussichtspunkt "Tree Rondavels". Von.oben
genießen wir eine autemberaubende Aussicht in die Tiefe des Blade River Canyon's. An dieser Stelle
macht der Fluss einen Bogen um bewaldete Berge und eröffnet so einen weiten Blick
in das Tal. Am gegenüberliegenden Berg hat die Erosion drei Rundhütten geschaffen -
die "Tree Rondavels".
Wir fahren weiter in Richtung Graskop und zweigen nach Pilgrims Rest ab.
Das historische Städtchen liegt mitten in einem alten Goldgräbergebiet. Wir fühlen uns ins 19.JH versetzt,
die Wellblechhäuser aus der Kolonialzeit, eine altertümliche Post, nur die modernen Autos der Besucher
stören das Bild.
Unsere Route führt uns weiter zum "God's Window". Doch die göttliche Aussicht ist uns leider nicht gewährt, ein großes weißes
Nichts sitzt am Abhang und versperrt die Sicht auf den Rain Forest und die Savanne,
die dahinter zu sehen sein soll. Wirklich Schade, denn bei klarerem Wetter reicht die Sicht
bis zum Krüger Nationalpark.
Am "Lone Greeg Watherfall" beenden wir den Tag mit einen kleinen Spaziergang, der uns vom Parkplatz durch dichten Wald
nach etwa 15 Minuten zum Wasserfall führt.
Dienstag, 10.10.06
Heute Morgen hockt das große weiße Nichts vor unseren Lodges und hüllt alles in diffuses Licht.
Wir müssen eh weiter ;-)
und fahren von "Misty Mountain" am Long Tom Pass zur "Kubu Safari Lodge" südöstlich von Hoedspruit.
Am angeblich südlichsten Baobab Afrikas machen wir halt und betrachten ehrfürchtig diesen großen alten
Baum, der gar kein Baum ist.
Unser Weg führt uns weiter nach Hoedspruit. Nach einem Zwischenstopp mit Einkaufsmöglichkeit für die wichtigen
Dinge des Lebens, wie Wasser und Bier :-), fahren wir weiter in Richtung Süden. Am frühen Nachmittag sitzen wir mitten im Buschland auf der Terrasse unserer neuen Unterkunft, der Himmel ist mit
Wolken zugezogen, es nieselt leicht - auch hier herrscht nicht das Wetter, das wir mit Afrika verbinden.
Im Geäst der Büsche und Bäume piepst es fortlaufend, wir erkennen Webervögel und Spatzen, alle anderen
Tiere sind nicht zu sehen oder wir können ihnen keine Namen zuordnen. Bernhard zeigt uns Gelbschnabeltokus
im Baum, Ibisse am Boden zwischen den Büschen und Geier, die oben in der Luft ihre Kreise ziehen.
Am späten Nachmittag können wir eine kurze Buschwanderung mit der Besitzerin der "Kubu Safari Lodge"
unternehmen, sie zeigt und erklärt uns verschiedene Bäume : "Wart-ein-bisschen-Strauch", Mahagoni,
Baumagave, verschiedene Akazien, darunter der Zahnputzstrauch und australische Akazie =
Toilettenpapierbaum, Marulabaum = Eisenbaum = Bleifeuer, Apfelblattbaum, Blaubaum = Jakkaranda.
Der Boden ist rotbraun, sandig und trocken, verdorrtes Gras bedeckt das flache Land und
die Bäume und Büsche stehen licht. Der Regen am Nachmittag ist so ziemlich der Erste in diesem
südafrikanischen Frühjahr und die meisten Bäume sind noch blattlos, alles im allem ein sehr
kahler Eindruck.
Im Gelände der Lodge gibt es an größeren Tieren Paviane, verschiedene Antilopen (Ducker),
von denen wir zwei mal einen flüchtenden Schatten sehen, Schweine - da sehen wir nur die
Erdlöscher - , und auch 13 Giraffen, von denen wir auch nur die Spuren im Sand zu Gesicht bekommen.
Mittwoch, 11.10.06
Von der "Kubu Safari Lodge" geht es nach Lower Sabie. Lower Sabie ist eines der 12 Park-Camps
und befindet sich im südlichen Teil des Krüger Nationalparks. Der
Einlass in den Krüger NP ist wie eine Einreise in ein Land nur ohne Stempel im Pass. Man
darf im Park nicht (oder nur an wenigen bestimmten Orten) aus dem Fahrzeug aussteigen und
auch nur langsam durchfahren. Unsere Fahrt zur Lodge wird so gleich zur Pirschfahrt.
Wir haben eine Nachtpirschfahrt gebucht, sie beginnt 17 Uhr. Noch im Hellen sehen wir
Hippos und Krokodile im Wasser liegen, Paviane und Klippspringer. 18 Uhr verschwindet
die Sonne und kurz darauf ist es stockdunkel, viele Sterne, kein Mond. Wir leuchten mit
Scheinwerfern in die Büsche und Bäume am Wegesrand, um angeleuchtete Augen zu sehen. So
finden wir Dschungelbabies (kleine Äffchen), ein Camelion, eine kleine Maus und eine
Fleckenhyäne zeigt sich genervt und belästigt von unserem Licht.
Gegen 20.00 Uhr erreichten wir nach unserer abendlichen Wildbeobachtungsfahrt wieder
unser Lager in Lower Sabie. Ulrich, unser Reiseleiter, holt uns vom Parkplatz ab.
Anschließend gehen wir zum Restaurant, wo ein vielfältiges Buffet auf uns wartet.
Neben vielen leckeren Speisen konnten wir auch Impala probieren. Nach dem Essen
machen wir uns langsam auf den Weg, um unsere Bungalows zu suchen. Im Camp ist es
stockdunkel, trotz Taschenlampe sind wir froh unseren Bus zu finden, den Bernhard,
unser Fahrer, unweit der Hütten abgestellt hatte.
Donnerstag, 12.10.06
Am nächsten Morgen ein early drive mit unserem Bus und Ulli als Fahrer, 6 Uhr geht's los
(eher macht das Camp die Tore nicht auf).
Seeadler, Gaukler, Kampfadler, Hornrabe, Kudu, Fleischervogel, Impalas, Blessböcke und
Warzenschweine sind unser Lohn für das frühe Aufstehen.
Im Camp erwartet uns ein leckeres Frühstück, das Bernhard in der Zwischenzeit für uns
gemacht hat. Wir holen unsere Gartenstühle, bauen die Campingtische auf und genießen
unser Frühstück in der Morgensonne mit Blick auf den Sabie River, wo in einiger Entfernung
die Flusspferde baden.
Frisch gestärkt machen wir uns auf zur Fahrt zum zweiten Camp im Süden des Krüger NP,
am Vormittag und am Abend können wir wieder
viele Tiere sehen, sogar eine schwarze Mamba, die bei dem Versuch den Asphalt zu überqueren
scheitert und sich dann ins Buschwerk zurückzieht. Mittags verstecken sich die Tiere im
Schatten, um der Hitze zu entgehen.
Das Restcamp Berg-en-Dal liegt fast an der südlichen Grenze des Nationalparks, in der
Nähe des Malelane Tors.
Wir erreichen das Camp diesmal am späten Nachmittag und checken noch bei Tageslicht ein.
Die Unterkünfte sind schnell gefunden.
Eine Abendfahrt bringt uns noch den Blick auf einen stattlichen Büffel am Wasserloch.
Das heutige Abendbrot ist ein besonderes Highlight - ein südafrikanischer Grillabend.
Nachdem unsere Guides bestimmt eine Stunde in der Kaufhalle zwei Wagen mit Lebensmittel
und anderen nützlichen Dingen vollgepackt hatten, fehlt es uns wirklich an nichts.
Ulrich macht aus Holzstücken erst Holzkohle für den Grill,
dann grillt er für uns Rindersteaks, Lammsteaks und Würstchen. Dazu gibt es selbstgemachte
Avocadocreme, frisches Brot und zum Nachtisch für jeden eine kleine Schüssel flambierte
Ananas mit Eis, echt oberlecker!
Natürlich haben wir viel zu viel Essen besorgt , damit ist gleich unser Frühstück für den nächsten
Tag noch gesichert :-)).
Freitag, 13.10.06
Und wieder ziehen wir weiter. Als Abschied vom Krüger Park präsentiert sich uns ein
mächtiges Nashorn. Die südliche Grenze des Nationalparks bildet der Crocodile River, den wir zu Fuß
(das heißt über eine Brücke ;-) überqueren. Unter uns Krokodile, Reiher, Enten und ein gut getarnter
Waran.
Wir reisen aus Südafrika aus und in das Königreich Swaziland ein. Im Mlilwane Natur
Reservat beziehen wir unsere Rundhütte im Camp. Das ist unsere originellste Unterkunft:
komplett runde Hütten aus Stroh mit angebautem Badehäuschen für uns Touristen. In der Umgebung des Camps
und einem sogenannten "Self Guided Trail" darf
man zu Fuß und alleine unterwegs sein. Wir wandern im Licht des Sonnenuntergangs ein
kleines Stück entlang der Wiesen, die von einem Bach durchzogen werden, bis zum nahe gelegenen Wald. Impalas,
Blessböcke, Büffel und Zebras lassen sich von uns beim Abendbrot nicht stören.
Am Abend trommeln, singen und tanzen die Angestellten des Camps für uns Besucher. Sie
scheinen viel Spaß dabei zu haben, der Rhythmus geht ins Blut - auch von uns "Weißen".
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