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Kurzinfo La Réunion
Im Oktober 2004 machten wir uns endlich auf die lang vorbereitete Reise zur Insel Réunion im Indischen Ozean.
Wir planten die Reise so, dass wir möglichst viele Regionen kennen lernen konnten.
Die Rundreise ging vom Flughafen in St. Denis in Richtung Osten nach St. Benoit - zur Erkundung der Ostküste,
weiter in die Cirque de Salazie, von dort aus eine Wanderung in die Cirque de Mafate, danach ins Vulkangebiet.
Anschließend in die Cirque de Cilaos, von dort nach Le Maido und zum Abschluss an die Westküste.
Réunion gehört zu Frankreich. Obwohl sich die Insel auch immer mehr öffnet, trifft man an Nichteinheimischen
mindestens 90% Franzosen. In Hotels wird manchmal ein wenig englisch gesprochen, deutsch nicht. Man ist hier auf
selbsterlerntes Französisch angewiesen. Ein klein wenig sollte man unbedingt erlernen. (Wir hatten einen Urlaubssprachkurs,
ein Semester, an der Volkshochschule belegt.)
La Côte au Vent
La Côte au Vent bedeutet die Küste im Wind. Es ist die Ostküste Réunions.
Hier ist die Insel schutzlos dem Südost-Passat
ausgesetzt, die Wolken stauen sich jeden Tag
und bescheren der Region feucht-warmes
Tropenklima. Es wird Vanille und Zuckerrohr
angebaut.
Unterhalb des Ortes Sainte-Rose herrscht der
Vulkan mit verbrannter Erde und ständig
frischen Lavaströmen, die sich wie schwarze
Gräben durch das tropische Hellgrün fressen.
Grand Etang
Der “Große Teich” liegt im feuchten Hinterland
im Nordosten in ca. 500 m Höhe. Glitzernde
Fontänen nähren einen dunklen Wasserspigel
zwischen engen Steilwänden mit tropischer
Vegetation.
Vanillekooperative
Im Ort Bras-Panon haben sich 750 Vanillepflanzer zusammengeschlossen. Hier werden
die grünen Schoten zu den schwarz-braunen
Vanillestangen verarbeitet, in Handarbeit.
Cirque de Salazie
Die Cirque de Salazie ist eine der drei gewaltigen
Talkessel der Insel. Mit Hilfe des ständig und
reichlich vorhandenen Wassers hat die Erosion
gigantische Täler mit bis zu 2.000 m hohen
Steilwänden geschaffen, schroff und dennoch
immer tropisch grün.
Es gibt Tamarinden- und Cryptomeria- Wälder,
tausende Wasserfälle und Bäche und
alte verfallene (vom Wirbelsturm zerstörte)
Termalbäder.
Cirque de Mafate
Die rund 650 Bewohner der Cirque de Mafate,
die nach wie vor schwer zugänglich ist, sind
zum Teil Nachfahren entlaufener Sklaven, die
sich hier versteckt hielten. Die zerfurchte Landschaft besteht aus zahlreichen Plateaus, die in
Luftlinie nicht weit von einander entfernt und
doch nur in stundenlangen Märschen zu erreichen
sind, Straßen gibt es nicht. Noch heute ist
die Cirque de Mafate nur zu Fuß oder mit
dem Helikopter zu erreichen. Ein Paradies
für Bergwanderer.
Le Plain des Cafres
Réunions einzige Paßstraße führt über zwei
ausgedehnte Hochebenen: Plain de Cafres und
Plain de Palmistes. Oft zieht dichter Nebel
über die sumpfigen Weiden mit Ginster, Farnen,
Heckenrosen und durch den Tamarindenwald.
Le Volcan
Der Piton de la Fournaise (2.632 m) ist der noch
tätige aktive Vulkan Réunions. Seine Spuren
sind an der Ostküste eindrucksvoll zu sehen.
Forêt de Bébour
Im obersten Winkel der Plaine des Palmistes
beginnt die Forststraße RF2, die 18 km weit in
eines der schönsten und größten Waldgebiete
Réunions führt. Weithin von baumhohen Farnwipfeln überragt, steigen nebelfeuchte
Laubmassen einen flachen Bergkessel empor. Viele
Naturlehrpfade führen in das Dickicht hinein,
einer davon umrundet den Piton de Bébour.
Cirque de Cilaos
Wohl der berühmteste der drei gewaltigen
Talkessel, war bis Anfang des 19. Jh. noch
völlig von der Außenwelt abgesschnitten.
Hier leben heute auf 1000 m² 5700 Bewohner,
sie bauen traditionell die kleinen cari-Linsen
und “verrücktmachenden” Wein (le vin qui
rend fou) an, die leicht giftige Rebsorte weicht
aber heute legalen Sorten wie Chenin oder
Pinot noir. Eine berüchtigte und fantastische
Panoramastraße, die “400-Kurven-Strasse”
führt in die Cirque de Cilaos.
Le Maïdo
Vom Aussichtspunkt le Maïdo auf 2190 m
hat man einen atemberaubenden Blick in die
Cirque de Mafate. Allerdings nur frühmorgens,
denn schon ab 7 Uhr beginnen die ersten Wolken
aufzuziehen. Der Blick schweift über große, aus
den Schluchten aufragende Erosionsinseln bis
hinab zum “Geröllfluß” (Riviére des Galets)
1500 m tiefer. Einen weiteren Aussichtsberg er-
wandert man auf einer 20 km langen Tour an der
Abbruchkante entlang, den Piton de Bernard.
Côte sous le Vent
Das ist die “Küste unter dem Wind”, also der Westen.
Hier hält das Gebirge den regenbringenden
Passat fern. Das Klima ist trocken und
warm, fast immer scheint die Sonne -
ein ideales Badeparadies. Dazu kommen
noch schöne helle Strände hinter einer
15 km langen Lagune und bunte
Korallengärten - ideal zum Entspannen.
Sant Denis und Sant Pierre
Sant Denis
Die Hauptstadt Réunions erinnert an eine französische Provinzstadt, mit 135.000
Einwohnern ist sie die größte französische
Stadt in Übersee. Erst im Jahre 1738 wurde die
Kolonialverwaltung nach Saint Denis verlegt.
Heute besteht die Stadt aus einem chaotischen
Gemisch von Krämerläden, schicken Boutiquen,
Banken, indischen Tuchgeschäften, alten Kolo-
nialbauten, grauen Beton-Neubauten und
modernen Bürohäusern. Und am Sonntag ist
alles geschlossen ;-)
Sant Pierre
Der Aufschwung der kleinen Stadt kam
im 19. Jh. mit dem Zuckerrohranbau.
Es entstanden Fabriken und ein Hafen
wurde gebaut, der jedoch bald versandete.
Saint Pierre ist ein beschaulicher kleiner
Ort mit viel kolonialem Flair geblieben.
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